Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs müssen Arbeitgeber künftig die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter systematisch erfassen. Campingplatz-Betreiber sehen darin eine Gefahr für flexible Arbeitszeitkonzepte.

Die Richter urteilten am Dienstag, dass die EU-Staaten Arbeitgeber dazu verpflichten müssen, ein System zur Messung der täglichen Arbeitszeit einzuführen. Ohne ein entsprechendes System könne nicht gewährleistet werden, dass die geleisteten Arbeitsstunden und Zahl der Überstunden „objektiv und verlässlich“ ermittelt werden. Hintergrund war eine Klage der spanischen Gewerkschaft CCOO gegen die Deutsche Bank.

Bislang sieht das Arbeitszeitgesetz lediglich eine Verpflichtung des Arbeitgebers vor, die über die tägliche Arbeitszeit hinausgehende Arbeitszeit der Arbeitnehmer aufzuzeichnen.

Die auf Campingplätze spezialisierte Unternehmensberatung CAMPSITE SOLUTIONS kritisiert das EUGH-Urteil, schränke es doch die Flexibilität der Campingplätze und deren Angestellten massiv ein. „Auf die Campingplätze rollt da eine neue Bürokratiewelle zu. Insbesondere Campingplätze können es sich gar nicht erlauben nach dem Prinzip Stechuhr zu arbeiten!“ sagt der Geschäftsführer Michael Lang. „Speziell zu Ferienzeiten haben Campingplätze einen ganz anderen Bedarf an Mitarbeiter-Kapazitäten als in der Nebensaison, da ist Vertrauensarbeitszeit das einzige adäquate Mittel.“, so Lang weiter.

Ob dies tatsächlich das Ende der Vertrauensarbeitszeit ist, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass auch die Betreiber von Campingplätzen nicht mehr um die Einführung eines Arbeitszeiterfassungssystems herumkommen werden. Bleibt zu hoffen, dass der deutsche Gesetzgeber die Vorgaben mit Augenmaß umsetzt.

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